▶ Ein Beitrag vom 19.04.2016
Händetrocknen mit Einweghandtüchern = geringste Gefahr der Virenverbreitung
Neue unabhängige Studien haben ergeben, dass Einweghandtücher die wirksamste Art darstellen, sich im Waschraum die Hände zu trocknen. Die Studie zeigt, dass sie dabei helfen, die Verbreitung von Viren zu minimieren. Dies schließt Viren der verschiedensten Erkrankungen wie Magen-Darm-Infekten durch Norovirus und Rotavirus mit ein.

Einweghandtücher geben weniger Mikroorganismen in die Umwelt ab als Jet- oder Heißlufttrockner und reduzieren außerdem die Gefahr, dass Viren in die Gesichter kleiner Kinder geblasen werden, die die Erwachsenen im Waschraum oder Bad begleiten. Die Ergebnisse haben große Auswirkung auf die Arbeit von Waschraum- Facility Managern z. B. in Krankenhäusern und Restaurants, wo Hygiene oberstes Gebot ist.

Die Forschungsergebnisse
Die führenden Mikrobiologen Dr. Patrick Kimmitt und Keith Redway der Universität Westminster untersuchten die Übertragung von Viren unter Einsatz dreier verschiedener Handtrocknungsmethoden: Jet-Lufttrockner, Heißlufttrockner und Papierhandtücher. Sie fanden heraus, dass bei der Verwendung eines Jet-Lufttrockners mehr Viruspartikel weiter und in verschiedenen Höhen ausgestoßen werden als bei den anderen Methoden, und dass außerdem die Anzahl der in der Luft enthaltenen Viren signifikant höher ist. In einer Reihe getesteter Höhen verursachte der Jet-Lufttrockner durchschnittlich über 60-mal so viele Virenkulturen wie ein Heißlufttrockner und über 1300-mal so viele wie Papierhandtücher.

Die Ergebnisse aus kombinierten Durchschnittswerten in bis zu 3 Metern Entfernung von den Handtrocknungseinrichtungen haben gezeigt, dass ein Jet-Lufttrockner über 20-mal so viele Virenkulturen erzeugte wie ein Heißlufttrockner und über 190-mal so viele wie Papierhandtücher. Luftproben, die 15 Minuten nach dem Gebrauch entnommen wurden, zeigten, dass der Jet-Lufttrockner durchschnittlich über 50-mal so viele Virenkulturen wie ein Heißlufttrockner und über 100-mal so viele wie Papierhandtücher erzeugt.

Von Viren ist bekannt, dass sie einige Zeit auf der Hand überleben können, bei Influenza-Viren sind es 10–15 Minuten, bei Herpesviren bis zu zwei Stunden, bei Viren grippaler Infekte bis zu einer Woche, und beim Rotavirus bis zu 60 Tage. Virale Pathogene wie der Norovirus erfordern eine geringe Infektionsdosis und können in Fäkalien in großer Anzahl abgehen.

„Unsere Untersuchungen haben klar ergeben, dass unter allen getesteten Methoden des Händetrocknens Einweghandtücher die geringste Zahl von Viren verbreiten“, erklärt Dr. Patrick Kimmitt. „Es wird geschätzt, dass die Kreuzinfektion mit 40% zu Fällen therapieassoziierter Infektionen beiträgt. Die wirksame Hygiene beim Händewaschen und Händetrocknen ist ein wichtiger Schritt bei der Verringerung solcher Infektionen.“

Die Reichweite
Die Studie wurde im Oktober 2015 von Keith Redway auf der Konferenz der European Public Health Association in Mailand kurz vorgestellt, wo sie auf
ein breites Interesse stieß. Daraufhin wurde sie im Dezember 2015 in einem wissenschaftlichen Journal veröffentlicht (Referenz: Kimmitt, P.T. & Redway, K.F. Evaluation of the potential for virus dispersal during hand drying: a comparison of three methods (Bewertung der potentiellen Virusverbreitung beim Händetrocknen: Ein Vergleich dreier Methoden). Journal of Applied Microbiology. 120, 478-486.

Keith Redway wird die Ergebnisse in vollem Umfang auf der ISSA/Interclean in Amsterdam am 11. Mai um 14.00 Uhr in einem Gespräch mit dem Titel „Washroom hygiene: The dispersal of viruses by different hand-drying methods (Waschraumhygiene: Die Verbreitung von Viren durch verschiedene Methoden des Händetrocknens)“ vorstellen.

„Gute Handhygiene kann Leben retten.“ erklärt Keith Redway. „Um Infektionsrisiken durch die richtige Handhygiene minimieren zu können, muss man auch wissen, worin die Gefahren bestehen. Unsere Forschung und die Ergebnisse haben über die Jahre hinweg immer wieder gezeigt, dass Einweghandtücher die sicherste Art darstellen, die Hände im Waschraum zu trocknen. Diese Virusstudie liefert weitere Beweise dafür, dass hinsichtlich der Hygiene das Trocknen der Hände mit einem einmal verwendbaren Papierhandtuch den sichersten Schutz vor der Verbreitung von Viren in Waschräumen darstellt.“

In frühere Forschungsstudien der Universitäten Leeds und Westminster wurde ebenfalls herausgefunden, dass in einem typischen Waschraum Jet- und Heißlufttrockner mehr Bakterien und andere Mikroben verbreiten als Papierhandtücher.

„Unsere Branche nimmt Hygiene sehr wichtig. Studien haben zuverlässig ergeben, dass Papierhandtücher die wirksamste Methode darstellen, die Verbreitung von Mikroben im Waschraum einzugrenzen“, sagte Roberto Berardi, Vorsitzender des European Tissue Symposium. „Diese neueste Forschungsarbeit konzentriert sich nicht nur zum ersten Mal auf Viren, sondern wurde zudem von mikrobiologischen Experten an der Universität Westminster durchgeführt und unterstreicht unsere Botschaft daher ganz außerordentlich. Obwohl es keine offiziellen Richtlinien zur korrekten Hygiene beim Händetrocknen gibt, freuen wir uns über den Trend von Märkten und Branchen zu einer Rückkehr zu den Einweghandtüchern, die die Hygienestandards in Waschräumen ohne Einschränkungen aufrecht erhalten."

Über ETS
Das ETS (European Tissue Symposium) ist der Branchenverband der europäischen Tissuepapier-Produzenten. Die Mitglieder des ETS repräsentieren die Mehrheit dieser Unternehmen in Europa und etwa 90 % der europäischen Tissuepapier-Produktion. Das ETS wurde 1971 gegründet und hat seinen Sitz in Brüssel, Belgien.

Quelle:
www.katrin.com
ETS | Pressekontakt Jony Maesele | E-Mail jony.m@duomedia.com

Wichtige Links:
www.europeantissue.com
Evaluation of the potential for virus dispersal during hand drying: a comparison of three methods