1
 
 ▶ Ein Beitrag vom 21.10.2014
Aktuelle Studie zu Einmaltüchern
Vorgetränkte Tücher kommen weltweit vermehrt in medizinischen Einrichtungen zum Einsatz und verdrängen inzwischen den klassischen Desinfektionseimer mit den Mehrwegtüchern. Die Vorteile sind deutlich: Fehler, wie falsche Dosierung oder Einschränkungen der Desinfektionswirkung durch das wiederholte Eintauchen in die Desinfektionsflotte entfallen. Doch viele Einrichtungen scheuen die Kosten. In einer aktuellen Studie untersuchten deshalb die Autoren Kosten- und Zeitaufwand.

Bei der Desinfektion patientennaher Fläche kommen zunehmend vorgetränkte Einmaltücher zur Anwendung, um die Verbreitung von Keimen und die Entstehung nosokomialer Infektionen zu verhindern. Gegenüber Mehrwegtüchern (Eimermethode) entfallen bei Einwegtüchern klassische Fehlerquellen wie z. B. falsche Dosierung oder wiederholtes Eintauchen bereits verwendeter Tücher in die Gebrauchslösung. Vor diesem Hintergrund verglichen die Autoren beide Methoden hinsichtlich der Mitarbeiter-Compliance bei der Flächendesinfektion, dem Zeitaufwand und der entstehenden Kosten.

Die Benutzung der Einwegtücher führte zu einer deutlich besseren Compliance bei der Durchführung der Maßnahmen (10,6 zu 8,1 von 12 durchschnittlichen Punkten), vor allem war die eingesparte Zeit erheblich. Während der Desinfektionsvorgang auf den sechs vorgegebenen Flächen (Arbeitsplatte am Waschbecken, Nachttisch, Kommode, Arzneischrank, Wandschrank, Toilette) mit den Mehrwegtüchern 230,9 Sekunden benötigte, lag die Nutzung der Einwegtücher bei 178,1 Sekunden. Im Ergebnis also eine bessere Leistung bei weniger zeitlichen Aufwand!

Die Autoren rechnen in der Studie eine Ersparnis von 38,58 US-Dollars pro Mitarbeiter und Arbeitstag vor. In Deutschland kommen vielfach Einwegtücher wegen erhöhter Kosten für die Tücher nicht zum Einsatz. Neben den deutlichen Vorteilen wird die deutliche Zeitersparnis nicht gesehen.

Wir informierten Sie über diesem Beitrag von Brennpunkt Hygiene bereits im August 2014 (siehe hier).

So waren Einwegsysteme in die Kritik geraten, die von den Nutzern selbst gefüllt werden. Von daher sind die Tuchsysteme zu empfehlen, die durch den Hersteller unter definierten Bedingungen als fertiges Medizinprodukt hergestellt werden.

Wichtige Informationen:
Studie: American Journal of Infection Control 2014; 42(3): 329-30
Beitrag vom 15.08.14: Tuchspendersysteme in der Kritik

Quelle:
www.brennpunkt-hygiene.de